Montag, 15. August 2016

Es ist Sonntag

Und seit langer, langer Zeit war das Wetter mal wieder gut genug, um in den Zoo zu fahren. Allerdings merke ich immer mehr, dass der Sonntag dafür nicht der geeignetste Tag der Woche ist. Es sind zu viele Menschen in zu vielen zu unregelmäßig fahrenden öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs.

Das hat mich jedoch nicht davon abgehalten, in den Zoo zu fahren. Das Wetter war super und auch wenn ich erst recht spät dort ankam (gegen halb eins), konnte ich doch noch alles sehen, was ich sehen wollte. Einer der zweischneidigen „Vorteile“ beim solitären Zoobesuch ist ja, dass man selbst entscheiden kann, wie lange man sich wo aufhält. Natürlich kann man das auch tun, wenn man in der Gruppe unterwegs ist, allerdings besteht dann die „Gefahr“, sich aus den Augen zu verlieren, was bei einem Gruppen-Event ja eher nicht das Ziel ist.
Man ist also wesentlich schneller unterwegs, wenn man allein ist, sieht mehr Tiere in kürzerer Zeit. Der Nachteil ist, das habe zumindest ich gestern festgestellt, dass man sich nicht genug Zeit nimmt. Zum Gehege gehen, Tiere ein bisschen beobachten, nervenzehrende Besucherkommentare aufschnappen, ein, zwei Bilder knipsen, zum nächsten Gehege weitergehen, wo das Spiel dann erneut beginnt. Es gibt den schönen Spruch „Wer Zeit hat, fotografiert, wer keine Zeit hat, knipst.“ Ich habe gestern festgestellt, dass ich mich unabsichtlich in die „Knipser“-Ecke gestellt habe.

ISO 500 | 280 mm | f/5,6 | 1/250s
Und hinterher habe ich mich geschämt. Ich habe nicht einmal drei Stunden für Tierpark + Aqua-/Terrarium gebraucht und eine Menge Dinge weggelassen, auch weil es im Zoo so voll war. Ich war nicht im Hippodom, weil ich wusste, wie eng es dort ist und wie viele Besucher sich naturgemäß dort drängen. Auch wenn man sagen muss, dass die Tiere diesmal witterungsbedingt alle auf der Außenanlage zu sehen waren und es sich damit ohnehin nicht gelohnt hätte, das Haus zu betreten. Abgesehen vielleicht für Fotos von den Krokodilen, die ich nun nicht habe. Aber auch für die Flusspferde, die faul in der Sonne lagen, habe ich mir nicht mehr Zeit genommen als die Sekunde, die ich für einen Schnappschuss gebraucht habe, die Sitatungas habe ich unbeachtet links liegen gelassen.

ISO 400 | 185 mm | f/5,6 | 1/500s
Ist das nicht schade? Und läuft das nicht dem Konzept Zoo zuwider? Sollte ich nicht – und mit mir alle, die diese Einrichtungen besuchen – einen Moment innehalten, und sei es nur, um ein Hippo beim Sonnenbaden zu beobachten? Tiere sind keine Konsumgüter mit Bespaßungsfaktor, zumindest sollten sie das nicht sein. Wir können nicht erwarten, in einen Tierpark zu gehen, eine Minute vor einem Gehege stehen zu bleiben und eine Show geboten zu bekommen und dann wieder weiterzuziehen.
Das erste Mal bewusst gemerkt habe ich das vor dem Gepardengehege. Die beiden Tiere haben ihre ausgetretenen Pfade, auf denen sie durch das Gehege laufen. Manchmal halten sie sich an der vorderen Scheibe auf, manchmal an der hinteren. Ich stand an der vorderen Scheibe und beobachtete, wie die Tiere zur hinteren Scheibe gingen. Alle anderen Besucher gingen sofort zur hinteren Scheibe, um die Tiere dort zu beobachten, ich blieb an der vorderen Scheibe stehen. Die Tiere blieben an der hinteren Scheibe, ich wartete als Einzige und kam mir irgendwann reichlich dämlich vor, dort zu stehen und zu warten, während die anderen die besten Möglichkeiten für schöne Fotos hatten. Nach fünf Minuten gab ich es auf und ging ebenfalls zur hinteren Scheibe, um Fotos zu machen.

ISO 640 | 300 mm | f/5,6 | 1/250s

ISO 640 | 300 mm | f/5,6 | 1/250s

Auch ins Madagaskarhaus bin ich nicht gegangen, auch hier, weil ich wusste, wie voll und laut es da drin sein würde. Zudem zickt mein Telezoom-Objektiv immer mehr herum. Eine Menge guter Foto-Möglichkeiten ging verloren, weil das gute Stück bei halb gedrücktem Auslöser im Autofokusmodus derart vibriert (das ganze Objektiv schüttelt sich richtiggehend für 2 - 5 Sekunden), dass in diesem Zeitraum verwacklungsfreie Bilder unmöglich sind. Das hat mir einen längeren Aufenthalt im Zoo richtiggehend verleidet.

ISO 800 | 195 mm | f/5,6 | 1/80s 
ISO 800 | 300mm | f/5,6 | 1/13s

ISO 800 | 300 mm | f/5,6 | 1/60s
Aber es gibt auch positive Dinge an diesem Zoobesuch. Der Zoo hat einige gestaltungstechnische Dinge verändert. 
Da wären zum Beispiel die neuen Mülleimer, die die hässlichen asbachuralt Mülleimerchen aus Metall ersetzen. Die neuen sind größer, außen mit Holz verkleidet und bunt bemalt, je nach-dem, vor welchem Gehege man gerade steht. So gibt es aufgemalte Nashörner, Tiger, Elefanten, Giraffen und andere Tiere. Die Mülleimer sehen dabei von außen so wenig nach Mülleimer aus, dass ich mehrfach beobachtet habe, wie Kinder die Deckel öffneten, um zu sehen, was es darin zu entdecken gibt. Ja, trotz des Aufklebers „Hier kommt der Müll hinein“.
Vielleicht wären ähnlich spannend gestaltete Gehegebeschilderungen eine Idee für die Zukunft? Dann werden die vielleicht endlich einmal von den Besuchern gelesen …

ISO 400 | 180 mm | f/5,6 | 1/640s

ISO 400 | 300 mm | f/5,6 | 1/1000s

ISO 400 | 300 mm | f/5,6 | 1/1000s
Und auch bei den Tieren gibt es einiges neues. Das „neue“ Elefantenkalb (das mittlerweile fast ein halbes Jahr alt ist) wächst und entwickelt sich prächtig.
Im Terrarium werden zurzeit einige Terrarien umgestaltet/mit neuen Tieren bestückt und stehen daher erst einmal leer. Ich meine, auch im Aquarium hätten sich bestimmte Becken von der Artenzusammensetzung geändert, kann das aber nicht beschwören. Im Becken der gestreiften Seeschlange wohnen nun auch Einsiedlerkrebse, ich glaube, die sind relativ neu. 

ISO 1600 | 50 mm | f/5,6 | 1/80s

ISO 1600 | 50 mm | f/5,6 | 1/160s

ISO 1600 | 50 mm | f/5,6 | 1/50s
Nächsten Monat werde ich noch einmal mit wacheren Augen durch den Zoo gehen. Mir mehr Zeit nehmen, Beobachtungen aufschreiben und für euch hier dokumentieren, schriftlich wie fotografisch.

Sonntag, 27. März 2016

Ein Besuch bei Tuffi

Nun bricht wieder die Zeit an, in der ich ganz viel in den Zoo gehen werde. Die Saison ist ja meist so von März bis Oktober, in warmen Wintern auch mal bis Dezember, und ich freue mich, dass der Winter sich doch noch entschlossen hat, dem Frühling Platz zu machen, der jetzt so allmählich draußen einzieht. Die ersten Blumen blühen schon fleißig und die Tiere balzen oder bekommen bereits Nachwuchs.

Unter anderem deswegen wollten wir in den Wuppertaler Zoo. Wir, das waren diesmal Alex, Dani, Patrick und ich. Von Nico wusste keiner, wo er zur Zeit war oder ob er Zeit hatte, Lennart hatte abgesagt, da er sich auf sein Abitur vorbereiten muss. Alle Überzeugungsarbeit nutzte nichts, und so zogen wir nur zu viert los. Patrick schloss sich eher spontan an, ihn trafen wir erst im Zoo.

Ich machte mich mit dem Zug auf den Weg, unterwegs stieg Alex in Köln ein, dann ging es bis Düsseldorf, wo Dani dazustieß, und dann weiter zum Zoo. Wenigstens das Wetter hielt, was es versprochen hatte, denn der Himmel war die ganze Zeit wolkenlos und blau, die Sonne schien fröhlich und nachdem sie ein wenig an Kraft gewonnen hatte über den Tag, wurde es auch ein bisschen warm.

Um 10 waren wir im Zoo, wo es zuerst einmal galt, Eintrittskarten zu erstehen. Doch das mussten wir gar nicht, denn da Alex Tierpfleger in Ausbildung im Tierpark Hagenbeck ist, konnte er umsonst in den Zoo. Dani und ich würden noch zu ihm gehören, sagte er dem Kassierer. Ob man für uns nicht auch etwas machen könne?
Anstandslos wurden wir ohne zu bezahlen durchgewunken. Geld gespart, mag ich.

Am Ententeich hielten wir uns nur kurz auf, dann ging es schon los durch den Zoo, nachdem auch Patrick zu uns gestoßen war.


Und verdammt, ich hatte in den anderthalb Jahren, die ich nicht mehr hier war, komplett verdrängt, wie anstrengend das ist! Der Wuppertaler Zoo ist ja sehr hügelig, mit teilweise sehr schrägen Abhängen, die man hinauf und hinunterkraxeln muss. Und jemand mit kurzen Beinen wie ich hat es da schwerer als einer der Jungs ... Hat glaube ich für einiges an Erheiterung gesorgt, wie ich mich dort hochgekämpft habe *hust*


Auch von vornherein war klar, dass wir das neu eröffnete Zoorestaurant besuchen würden. Natürlich nicht nur besuchen, wir wollten auch etwas essen. Aber vorher ging es noch durch den halben Zoo. Manche Tiere sah man nicht, die riesige Löwenanlage finde ich immer noch Verschwendung von Platz (weil die Tiere sich einfach von Natur aus nicht so viel bewegen), aber es lohnt sich immer wieder, die relativ lange Anfahrt und den strapaziösen Weg durch den Zoo auf sich zu nehmen für das, was man geboten bekommt.


Aufgefallen sind uns aber auch ein paar Stereotypien bei den Tieren, etwa bei den Okapis, Elefanten und Bongos. Das Bongomännchen stand die ganze Zeit am Zaun und bewegte den Kopf in einer Art kreisförmigen Bewegung, das Okapi stand ebenfalls am Zaun und schwenkte den Kopf von einer Seite auf die andere, und zwei der Elefanten stießen immer wieder mit ihren Köpfen gegen die Kunstfelsummauerung ihres Geheges.


Und wo wir gerade bei den Elefanten sind: Ist sie nicht süß?! Tuffi ist am 16.03. geboren, am gleichen Tag wie La Minh Kyaw, das Elefantenkalb aus Köln. Als wir gestern dort waren, war es schwer, die Kleine zu Gesicht zu bekommen. Sie lief mit der Mutter und einigen Tanten immer entweder ins haus rein, oder aus dem Haus heraus. Erst, als wir im Restaurant saßen, spielte sie auf der Außenanlage und trank bei der Mama oder ihrer Tante Sweni.


Das Restaurant war übrigens auch super. So gar nicht die übliche Zoogastronomie, wie man sie kennt. Möchte man draußen essen, muss man sich anstellen und wird dort "abgefertigt", sitzt man aber drinnen, wird man bedient. Die Auswahl auf der Speisekarte reicht von dem üblichen Currywurst-Pommes-Angebot über Salat und Kartoffelsuppe bis hin zu einer Brotzeit. Die Preise waren angemessen (für eine Pommes Currywurst und eine Cola habe ich 8,60 € bezahlt und noch Trinkgeld gegeben) und die Bedienung höflich, freundlich und sehr kompetent. Fragen der anderen Gäste wurden ruhig, freundlich und höflich beantwortet, das Essen und die Getränke kamen schnell und waren richtig lecker. Noch dazu wurde das Essen nicht in den üblichen wellenrandigen Pappschalen serviert, sondern in Schalen, die aussahen, als seien sie aus Holz geschnitzt. Sie waren dann zwar immer noch aus Pappe, aber machten wenigstens etwas her. Vom Restaurant aus kann man die Elefanten beim Spielen beobachten, was ich sehr schön fand.


Nach dem Essen ging es wieder einigermaßen ausgeruht weiter durch den Zoo und nach fünf Stunden waren wir fertig. Um 15 Uhr standen wir wieder draußen vor dem Tor und ich glaube, wir waren noch nie so früh von einem Zoobesuch wieder zuhause. Aber, wie Alex angemerkt hat, haben wir diesmal auch keine wirklichen Pausen gemacht (bis auf die im Restaurant) und wir hatten niemanden dabei, der drei Stunden im Vogelhaus verbracht hat.
Mal sehen, wie es nächstes Mal wird. Die anderen wollen nächste Woche noch nach Köln und Duisburg.

Ich kann leider nicht mit, muss arbeiten ...

Donnerstag, 24. März 2016

Ein bisschen Frühjahrsputz und ein Besuch im Zoo

Ja, ich weiß. Zwischen dem letzten Post und heute liegen schon wieder ein paar Wochen. ich entschuldige mich auch nicht dafür, denn im Winter ist das Fotografieren ja allgemein eher nicht so das beliebteste Hobby. Und außerdem hatte ich andere Dinge zu tun. Aber jetzt bin ich wieder da, mit einem neuen Blogdesign und neuen Bildern im Gepäck. Die Webseite ist jetzt auch wieder auf dem aktuellen Stand, es kommen dieses Jahr sicherlich noch eine Menge Bilder hinzu. Geht einfach mal gucken.

Eigentlich sollte ja jetzt schon Frühling sein. Davon merkt man temperaturmäßig aber auch nur ein bisschen was. Es ist immer noch relativ kalt und regnet oft.

Nun hatte ich mal ein paar Tage frei, weil mich eine Freundin aus Bielefeld besucht hat. Da war ich letztes Jahr schon mal. Nun wollte besagte Freundin also vom 19. bis 24. bleiben. Kein Problem, aber ein bisschen was unternehmen wollten wir dann doch. Abgesehen vom Schreiben und DVDs gucken.

Wir haben uns also vorgenommen, in den Zoo zu gehen. Als wir gestern losgingen, fing es gerade an, leicht zu regnen, aber in Köln kam dann die Sonne zum Vorschein und es wurde relativ warm. Ich habe meine Jahreskarte verlängern lassen - sie kostet jetzt 85 Euro statt vorher 75 Euro - und dann ging es auch schon nach drinnen. Für einen Ferientag unter der Woche war es relativ dünn besiedelt und die meisten Tiere waren entweder im Winterquartier oder zeigten sich nicht, weil es ihnen noch zu kalt war. Am Eingang konnten wir dann die Fütterung der Erdmännchen und Waschbären beobachten.



Eigentlich hatten wir ja vorgehabt, am 20.03., dem Elefantentag, in den Zoo zu gehen. Elefantentag deshalb, weil Marlar, das erste im Kölner Zoo geborene Elefantenkalb nach 150 Jahren, am 30.03. Geburtstag hat.
Aber das Wetter spielte nicht mit, es regnete und war eher grau, deswegen verschoben wir den Besuch. Nachholen mussten wir ihn jedoch unbedingt, und zwar wegen dieser niedlichen Attraktion:



Das kleine Rüsselchen ist gerade eine Woche alt und wird noch gut von Mama und Tanten beschützt, sodass es schwer war, gute Bilder zu machen. Ab und zu ließ es sich einfach - erschöpft von der vielen Lauferei - in den Sand fallen und wurde von der Mama oder den Tanten angestupst, damit es wieder aufstand. Als es versuchte, einen Sandhügel zu erklimmen, rollte es prompt wieder hinunter.

Schließlich war es Zeit für unser Mittagessen, also holten wir uns am Imbiss in der Nähe des Elefantenparks eine Pommes bzw. eine Pommes Currywurst und setzten uns vor das Bullengehege, um Bindu und Sang Raja zu beobachten.



Nach den Elefanten ging es den Weg weiter zu Aras, Pinguinen, Vögeln und schließlich zu den Giraffen, dem Nashorn Taco - das ausnahmsweise einmal etwas anderes tat, als in der Ecke zu stehen. Er hatte einen Ball bekommen, in dem Möhrenstücke waren, die er durch Rollen des Balles hinausbekommen und fressen konnte. Länger Halt machten wir auch bei den Geparden. Einer befand sich auf der Außenanlage, während zwei weitere drinnen eingesperrt waren, vermutlich zur Eingewöhnung oder ähnliches. Das Tier, das sich draußen auf der Anlage befand, lief die ganze Zeit seine bekannten Pfade am Zaun ab und gab damit Gelegenheit für viele schöne Fotos, wie diese hier:




Nachdem wir bei den Flamingos und im Hippodom waren, ging es noch einmal kurz zurück zu den Elefanten, um noch ein paar Bilder vom neuen Minifanten zu machen. Auf dem Weg zurück wurde noch kurz im Souvenirladen angehalten, um ein Notizbuch und eine Tasse zu erstehen, dann ging es ins Aquarium.






Anschließend, nach vier Stunden im Zoo, fanden wir, dass es reichte mit Tieren und fuhren nach Hause. Ein rundum gelungener Tag, der gern wiederholt werden darf!

Sonntag, 17. Januar 2016

Suraj

Es ist schon eine ganze Weile her, da erfuhr ich über Twitter von Suraj.
Suraj ist ein asiatischer Elefantenbulle, der in einem Tempel in Indien lebt.

Das klingt jetzt vielleicht erstmal toll. Er wird verehrt, bekommt das beste Futter, erfreut sich bester Gesundheit.

Nein.

Tut er nicht.

(c) http://myemail.constantcontact.com/ - Suraj in seinem Tempel
Suraj hat fast sein gesamtes Leben in diesem kleinen Raum verbracht, in dem er auf dieser Aufnahme steht. Nie das Sonnenlicht gesehen oder die Wärme der Sonne auf seiner Haut gespürt. Sich nie richtig bewegt, immer angekettet.

Er wurde seinen Lebtag geschlagen. Sein linkes Ohr fehlt ihm aufgrund massiver Schläge.
Als er von indischen Tierschützern gefunden wurde, hatte er Wunden vom Elefantenhaken am Kopf und anderen Stellen seines Körpers, er hat Diabetes und entzündete Füße. Geld muss gesammelt werden, um diesem Tier zu helfen.

Der indische Tierschutzverein rückte am 21. Dezember 2015 zur Rettung dieses Tieres aus, unterstützt von Polizei und Wildhütern. Es wurde erwartet, dass die Rettungsaktion von Einheimischen sabotiert werden würde.

Und so war es auch, rund 200 Leute versuchten, die Rettung des Tieres zu verhindern.

Doch schließlich gelang es, das Tier in den Transporter zu verladen und in das Camp zu bringen, in dem auch andere gerettete Elefanten leben.

(c) http://wildlifesos.org/blog/suraj/ - Ankunft von Suraj in der Herde
Heute erfreut sich Suraj besserer Gesundheit, auch wenn manche der Krankheiten, die er hat, lebenslange Pflege benötigen werden. Aber er wird nie wieder angekettet werden, in einem dunklen Raum. Er darf in Sonne, Staub, Wasser und Schlamm baden, wann und so oft er möchte.

Was mich am Schicksal dieses Tieres so schockiert hat, ist folgendes:

Elefanten sind in Indien heilige Tiere. Wie Kühe.
Warum foltert man ein Tier, das einem heilig ist? Warum sperrt man ein Tier ein, das einem heilig ist?

Und was hindert diese Leute daran, nach Surajs Befreiung einen neuen Elefanten herzunehmen und das selbe mit ihm zu machen?

Bitte spendet für den lieben Kerl, damit es ihm bald wieder besser geht!

http://wildlifesos.org/

Dienstag, 22. Dezember 2015

Zoo Duisburg verfüttert Zebra an Löwen


Es ist vermutlich wieder so ein Ereignis, das einen Aufschrei durch die Reihen der Tierschützer laufen lässt. Nicht nur, weil Tiere in Zoos gehalten werden, sondern auch, weil ein Zootier an ein anderes verfüttert wird.

Einen entsprechenden Artikel gab es dazu schon vor ein paar Tagen im Stern.

Der Duisburger Zoo hat ein altersschwaches Zebra geschossen und an seine beiden Löwen verfüttert.
Wie im Artikel beschrieben, finde ich daran zunächst einmal nicht viel verwerfliches. Wie schon Kurator Volker Grün sagt, litt das Zebra an Altersschwäche und wäre ohnehin bald gestorben. Und anstatt es zu einer Tierkadaververwertungsanlage zu bringen, wo es zerteilt und/ oder verbrannt wird, haben so die Löwen noch etwas davon.

Tierfutter ist teuer. Das schrieb ich schon an dieser Stelle

Und wie könnte man einen Löwen besser versorgen als mit dem, was er auch in der Natur frisst? Zusatzstoffe im Futter sind hier nicht nötig. Zudem müssen die Tiere für ihr Futter arbeiten, was Körper und Geist fit hält und ihrem natürlichen Verhalten gleich kommt und es fördert. Ein ganzes Zebra zu zerlegen, st sowohl Futter als auch Beschäftigungstherapie für die Löwen, zumal diese dann länger zu fressen haben und nicht so oft gefüttert werden müssen.

Der Duisburger Zoo verfüttert außerdem regelmäßig Schafe und Ziegen an seine Raubkatzen.

Und was ich besonders toll fand: Niemand von den anwesenden Zoobesuchern hat sich beschwert oder angewidert abgewandt.

Scheint, als würde in Duisburg lockerer mit so etwas umgegangen als zum Beispiel in Kopenhagen ...

Sonntag, 15. November 2015

Was tut man nicht alles für gute Fotos

Als ich die WhatsApp-Nachricht von Lennart las, wusste ich schon, dass wieder irgendetwas Verrücktes auf dem Plan stand. Ob ich noch fotografieren würde und Lust hätte, etwas mit ihm auszuprobieren. Er hätte ein neues fotografisches Spielzeug, das er gern ausprobieren wollte. Ich fragte also nach, was er geplant hätte.
Lennart wollte schon immer einmal den Sonnenaufgang von der Rheinaue aus fotografieren. Bevorzugt am Wochenende, weil ich ja unter der Woche arbeiten muss. Nun, wie alle wissen, geht die Sonne relativ früh morgens auf, und so war der Punkt „verrückt“ in dem Moment abgehakt, in dem er fragte, ob ich um 7:00 Uhr in der Rheinaue sein könnte.
Was für mich bedeutet, dass ich um 4:30 Uhr aufgestanden bin.
Und es ist sehr gruselig, um kurz nach 6 aus dem Haus zu gehen, an einem Samstag, wo so gut wie niemand unterwegs ist. In der Bahn setzte sich das Spiel dann fort. Irgendwo vor dem Bahnhof stieg eine Gruppe Jugendlicher ein, die sich erstmal auf den Sitzen langlegte. Die kamen wohl gerade von einer Party und nutzten die Fahrt für ein Nickerchen. 

Um 7:15 Uhr war ich dann endlich in der Rheinaue. Gerade noch rechtzeitig erreichten Lennart und ich eine Kiesbank – der Rhein führt im Moment extremes Niedrigwasser, und sahen, wie die Sonne über dem Siebengebirge aufging.


Das merkwürdige Aussehen des Wassers hat übrigens auch einen Grund. Das „Spielzeug“, das Lennart mitgebracht hatte, war ein ND-Filter. Mit diesen dunklen Linsen kann man die Belichtungszeit der Kamera verlängern, ohne, dass das Bild überbelichtet wird. Mit sogenannten Step up/Step Down-Ringen (mit denen man den Filter an jedem Objektiv beliebigen Durchmessers anbringen kann), teilten wir uns also einträchtig den Filter. Das Wasser wird so matt, weil ich hier mit folgenden Einstellungen fotografiert habe:

50mm | f/16 | 15s | ISO 100

Natürlich vom Stativ aus, weil solch lange Belichtungszeiten aus der Hand nicht zu halten sind, ohne, dass das Bild verwackelt.
Und hier fotografiert man am besten im manuellen Modus, um die volle Kontrolle über die Einstellungen zu haben. Eigentlich habe ich bisher noch nie im manuellen Modus fotografiert, weil ich das Ganze zu kompliziert fand. Aber so schwer ist es wirklich nicht, wenn man weiß, was man möchte.


Doch da es relativ kalt war – auch nachdem die Sonne voll am Himmel stand, und wir uns auch nasse Füße im Wasser geholt hatten, war es eigentlich nur so halb ein großer Spaß.
An diesem Tümpel auf dem obigen Bild haben wir dann noch ein wenig mit dem Filter gespielt. Ein Ast im Wasser und eine alte Regenrinne aus Plastik, die wir am Strand gefunden haben, waren die einzigen Hilfsmittel die wir brauchten. Ich habe die Kamera auf den Boden gelegt, erneut die Einstellungen gewählt und dann musste Lennart nur noch mit der Regenrinne das Wasser aufwühlen, sodass die Kamera dieses Bild produzieren konnte:


Dass man weder Lennart noch die Regenrinne oder die Wellen im Wasser sieht, liegt an der langen Verschlusszeit. Der ND-Filter sorgt wie gesagt dafür, dass das Bild nicht überbelichtet wird. In Lightroom habe ich nur noch die Farben und den Kontrast ein bisschen angepasst und nachgeschärft.
Über unseren Ausflug und wie man solche Bilder wie die oben selbst macht, wird Lennart in den nächsten Tagen auch noch ein Video auf YT hochladen.
Und als wir genug hatten und allmählich durchgefroren genug waren – ich spürte zwischenzeitlich meine Füße nicht mehr – ging es noch in den japanischen Garten.



Da es hier Wasserfälle gibt, konnten wir hier noch ein wenig mit dem ND-Filter spielen. Und für ein besonderes Bild vom Wasserfall nach unten drückte ich Lennart dann auch mal vertrauensvoll meine Kamera in die Hand, damit er das folgende Bild machen konnte:


Schließlich traten wir gegen 11:15 wieder den Rückzug an. Und ich habe für mich selbst beschlossen, dass ich von nun an mehr im manuellen Modus fotografieren möchte. Und weil Lennart jetzt ein bisschen mehr über Fotografie weiß als ich (wobei er sagte: "Die Hälfte von dem, was ich darüber weiß, weiß ich von dir", was mir ein bisschen rote Ohren gemacht hat), lasse ich mir da von ihm nochmal Nachhilfe geben ...

Samstag, 17. Oktober 2015

Besuch im Zoo Arnheim



Dieser Besuch stand schon seit fast einem Jahr auf dem Plan, denn wir waren ja schon durch alle Zoos in NRW durch. (Gut, Bochum haben wir ausgelassen und Neuwied habe ich alleine gemacht, aber sonst haben wir in den letzten drei Jahren so gut wie alles in NRW gesehen).

Da wäre zum Beispiel:


  • am 07.10.2012 ein Besuch im Zoo Köln 
  • am 03.11.2012 ein Besuch im Zoo Duisburg
  • am 21.05.2013 ein Besuch im Zoo Köln
  • am 15.06.2013 ein Besuch in der ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen
  • am 14.07.2013 ein Besuch im Zoo Köln
  • am 31.08.2013 ein besuch im Zoo Dortmund
  • am 29.09.2013 ein Besuch im Zoo Köln
  • am 31.10.2013 ein Besuch im Zoo Köln
  • am 05.04.2014 ein Besuch im Zoo Duisburg
  • am 31.05.2014 ein Besuch im Zoo Wuppertal
  • am 16.07.2014 ein Besuch im Zoo Köln
  • am 03.10.2014 ein Besuch im Allwetterzoo Münster
  • am 01.11.2014 ein Besuch im Zoo Köln
  • am 20.12.2014 ein Besuch im Zoo Köln
  • am 28.12.2014 ein Besuch in der ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen
Und dann natürlich dieses Jahr unsere Besuche in Krefeld und eben Arnheim, von dem ich nun näher berichten möchte.

Erster Anlaufpunkt für mich war es, bis nach Köln zu fahren, wo Nico mich mit dem Auto aufsammeln würde und wir gemeinsam die anderen abholten.
Während ich auf ihn wartete, wurde ich von einer älteren Frau angesprochen, die aus dem Bahnhofsgebäude kam. Ich stand dort schon mehrere Minuten (und stellte nach einem Blick auf mein Handy fest, dass ich an einer vollkommen falschen Stelle gewartet hatte), also sprach sie mich an.
"Das ist auch kein schönes Wetter, um rauszugehen, oder? Sie fahren bestimmt heim, nicht wahr?"
Ich bejahte die Frage nach dem Wetter, denn es war etwas kühl und bewölkt, verneinte aber, ich würde nach Hause fahren. Ich würde stattdessen von einem Freund abgeholt werden, wir würden gemeinsam mit anderen etwas unternehmen.
"Oh, das finde ich toll, wenn junge leute so zusammenhalten und etwas mit einander unternehmen, obwohl sie so weit auseinanderwohnen! Wissen Sie, meine Enkelin studiert in München, und ..." Und dann musste ich mir fünf Minuten lang anhören, dass ihre Enkelin Freunde auf der ganze Welt hat, und es sei ja gar nicht so leicht, alle einmal zusammenzubekommen, und ...
Das ist es bei uns ja auch nicht, und wir wohnen nur in verschiedenen teilen Deutschlands!

Die Dame verabschiedete sich und ich konnte mich endlich, dank etwas telefonischer Wegfindungshilfe von Nico, auf den Weg zu ihm machen, und fünf Minuten später waren wir schon auf dem Weg Richtung Duisburg, um die anderen aufzusammeln. Neu mit dabei war diesmal Patrick, angehender Biologiestudent, der unsere Gruppe ein bisschen verstärkte.

Asiatische Elefanten im "Rimba"-Bereich des Zoos
Für mich war dieser Besuch etwas besonderes. Ich war das erste und letzte Mal vor 15 oder mehr Jahren im Burger's Zoo, und wusste nichts mehr darüber. Lediglich die Wüstenhalle habe ich in Erinnerung behalten, aber sonst war alles neu für mich.
Lustig fand ich auch die vielen lebensecht gestalteten Dinosaurierfiguren, die im Park verteilt worden waren und sich bewegten sowie brüllten, wenn man an ihnen vorbeilief.

Figur eines Dilophosauriers
Also besuchten wir zuerst den Asien/Afrika-Teil, den ich noch gar nicht kannte. ich erinnere mich dunkel daran, damals bei meinem Besuch Elefanten gesehen zu haben (zumindest einen), aber sicher bin ich mir nicht mehr.




Anschließend ging es relativ schnell in die Wüstenhalle, die einzige, an die ich mich noch konkret erinnern kann. Damals gab es dort auch noch Geier, heute leider nicht mehr, weil diese in einem eigenen Bereich für Vögel draußen im Pak untergebracht sind. Trotzdem fliegen in der Wüstenhalle allerlei andere Vögel herum, und das Klima ist für eine Wüste ganz angenehm. Anders als zum Beispiel im Busch, aber dazu komme ich gleich. Bilder aus diesem Bereich:






Dort fiel uns dann auch auf, dass es allmählich einmal Zeit wäre, etwas zu essen. Doch die "Cantina", die man im Wüstenbereich besuchen kann, offeriert nur Süßigkeiten, wie Nico mit höflichem Nachfragen herausfand,
Also ging es auf in den Busch, wo es ein sehr gutes restaurant geben sollte. Aber vorher mussten Tiere angeschaut werden. Unter anderem haben wir dort Kaimane und Erdferkel zu sehen bekommen.



Und freifliegende Vögel traf man auch hier, wie diese Kronentaube. Das Restaurant war ziemlich dunkel, aber freundlich. Als Dani versehentlich ihren Teller samt Dinoburger von der Anrichte pfefferte, bekam sie sofort einen neuen samt Essen ausgehändigt und musste den unbrauchbaren Burger nicht ersetzen. gehört sich ja auch so, finde ich.
Nachdem wir dann also alle Dino-Burger mit Pommes gegessen hatten, saßen wir noch dort, ließen uns von Vögeln umfliegen, von Wassertropfen nassregnen und fachsimpelten noch eine Weile, bis es Zeit war, wieder aufzubrechen. Dass wir uns vorher dreimal aus den Augen verloren haben, weil jeder in eine andere Richtung stiefelte und der ausgesandte Suchtrupp ohne die aufzufindende Person bei uns landete, erwähne ich hier mal nur am Rande :-)




Weiter ging es dann in die Savanne, wo wir Geparden, Gnus und Löwen zu sehen bekamen, aber auch Zebras, Pferdeantilopen und Giraffen standen auf dem Plan.
Auch im Ozean-Bereich waren wir, wo man allerlei Rochen und Haie sowie bunte Fische betrachten konnte, aber dort zu fotografieren war gar nicht so einfach.
Und dann gibt es noch ein Reptilienfoto, das ich zeigen möchte:


Wie immer war der Besuch im Zoo mit den Jungs und Mädels sehr schön. Wir hatten viel Spaß, wie immer fiel kein böses Wort und man konnte angeregt diskutieren. Selbst ich, die ich nicht beruflich mit Zoos zu tun habe (darüber war Patrick erstaunt, er hatte mich auch in dieser Ecke vermutet), konnte etwas beitragen.
Nächstes Jahr steht dann Emmen auf dem Programm, und ich selbst habe mich noch einmal für Duisburg ausgesprochen,
Für dieses Jahr war es aber vermutlich der letzte Besuch für mich im Zoo, als Gruppe jedoch ganz sicher. Mal sehen, was 2016 so bringt ...