Sonntag, 25. September 2016

Neues Spielzeug

Vor einiger Zeit hatte ich ja schon mal geschrieben, dass mein Telezoom den Geist aufgibt. Entweder, es liegt am Autofokus-Motor, dass sich das Objektiv beim Scharfstellen schüttelt und so keine verwacklungsfreien Bilder möglich sind, oder am Bildstabilisator. Auf jeden Fall machte Fotografieren so schon eine Weile keinen Spaß mehr. Eine Reparatur lohnte sich nicht, weil ich dafür ungefähr so viel bezahlt hätte wie für ein neues Objektiv. Da war die Photokina die richtige Gelegenheit, sich mal nach etwas neuem umzusehen.
Meine Kriterien waren auch gar nicht so schwer zu erfüllen. Ich wollte die selbe Brennweitenspanne (also bis 300mm), das Objektiv sollte einen eingebauten Bildstabilisator besitzen, etwas leichter sein als das, was ich jetzt habe, und natürlich eine gute Qualität liefern.

Fündig wurden wir bei Tamron. Dort gibt es ein Allround-Talent, das alle meine Vorgaben erfüllt: Das 16-300mm F/3.5-6.3 Di II VC PZD MACRO.

Natürlich habe ich das Nikon 70-300mm geliebt. Aber manchmal war es auch nervig. Es hat eine Naheinstellgrenze von 150cm, das heißt, ich muss mindestens 1,5m Abstand zu einem Motiv haben, damit die Kamera scharfstellt und vor allem auslöst. Die Naheinstellgrenze des Tamron beträgt nur noch 39cm, die Makro-Funktion ist ein zusätzlicher Bonus.

Wenn ich in den Zoo gehe, habe ich häufiger zwei Objektive dabei: Das Nikon 70-300mm und das Tamron 17-50mm. Das große Objektiv für den Zoo, das kleine für das Aqua- und Terrarium. Das bedeutet jedoch, dass ich, wenn ich das Terrarium betrete, das Objektiv wechseln muss.
Rucksack absetzen, Objektiv rausholen, anderes Objektiv von der Kamera lösen, neues Objektiv anschrauben, altes Objektiv verpacken, Rucksack aufsetzen, losgehen. Und wenn ich aus dem Terrarium komme und nochmal in den Zoo möchte, geht das Spiel wieder von vorne los. Zwei Objektive bedeuten auch mehr Gewicht, das ich mit mir herumschleppen muss. Sie nehmen mehr Platz weg.

Nun werde ich nächstes Wochenende wohl einmal versuchen, das Objektiv auszuprobieren. Ich möchte es im Zoo einem Härtetest unterziehen.

Ein bisschen habe ich es schon getestet. Nachdem wir von der Photokina zurückkamen, sind wir noch einmal in die Stadt gefahren. Der Fotohändler, zu dem mein Vater immer geht, wenn er in Köln ist, hatte 10% Photokina-Rabatt ausgewiesen. Bei einem Objektivpreis von eigentlich 519 Euro sind das immerhin 51,90 Euro weniger. Warum also nicht zuschlagen?

Ich durfte das Objektiv im Laden an meine Kamera schrauben und es kurz mit nach draußen nehmen, um ein Gefühl für das Gerät zu bekommen und vor allem ein paar Testbilder zu schießen.




Sehr überzeugend finde ich die Schärfequalität und das Zoomverhalten. Die Makro-Funktion ist eine tolle Sache.
Ich habe das Objektiv also gekauft und gleich auf der Kamera behalten. Zuvor hatte ich mein Sigma 18-200mm aufgeschraubt, was mein Vater dann dort in Zahlung geben wollte. Doch der Händler hätte uns dafür nur noch 90 Euro gegeben, und für den Preis ist es zu schade.
So bleibt es jetzt genau so wie das Nikon 70-300 in Reserve, oder findet sich irgendwann vielleicht auf Ebay...


Das ist übrigens ein Versuch, ein Makro zu fotografieren.
Gar nicht so schlecht, oder?

Photokina 2016

Diese große Kölner Fotomesse findet ja alle zwei Jahre statt. 2014 war ich schon einmal da. Mein Vater gewinnt aus mir unbekannten Gründen immer Tickets für diese Messe, so auch dieses Jahr. Diesmal war es allerdings nur eins, welches ich bekam, sein eigenes musste er noch an der Kasse kaufen.


Doch so spannend ich die Photokina vor zwei Jahren fand, so langweilig war sie diesmal. Es war deutlich weniger los als beim letzten Mal, was auch daran liegen konnte, dass wir früh da waren. Um kurz nach zehn waren wir dort, da hatte die Messe gerade geöffnet. Die großen Hallen sind vollgepackt mit allerlei Ständen, große Hersteller wie Sigma, Tamron, Sony, Nikon und Canon sind genauso vertreten wie kleinere chinesische oder japanische Hersteller.
Doch vor zwei Jahren war dort einfach zwischendrin mehr Show.
Da waren Personen, die sich zurecht gemacht hatten und die man fotografieren konnte. Dergleichen habe ich dort diesmal nicht gesehen.




Sehr lange waren wir dann auch nicht da. Nach rund 3 1/2 Stunden sind wir wieder gefahren. Und auch wenn es schön war, mal wieder dort zu sein und sich all die Neuheiten anzusehen, war es doch nicht mehr so spannend und aufregend. Gegen Ende wurde es dann auch voller, sodass wir erst recht den Rückzug angetreten haben. Und sonderlich viele Fotogelegenheiten haben sich leider auch nicht ergeben.


Montag, 19. September 2016

Last-Minute-Urlaub

Wenn ich eins über mich selbst gelernt habe im letzten Jahr, dann, dass ich spontaner geworden bin. Weniger abwägend. Weniger zögernd,
Ich tue heute Dinge, ohne lange darüber nachzudenken, was mir dabei passieren könnte, was die Folgen sein könnten, was alles schiefgehen könnte. Ich treffe manchmal blitzartige Entscheidungen, die ich im Nachhinein auch nicht bereue.

Dazu zählt, dass ich einer Freundin vor ein paar Wochen erzählte, ich hätte ab Mitte September Urlaub hätte. Sie sagte, sie habe auch Urlaub und dass sie nach einem Last-Minute-Angebot sucht, um irgendwo hin in den Urlaub zu fliegen. Irgendwo hin, wo es warm ist und man noch ein bisschen Sonne tanken kann, bevor der Sommer in den Herbst übergeht.
Eher aus einer Laune heraus, spontan und zuerst gar nicht wirklich ernst gemeint, habe ich gesagt: Nimm mich mit!
Und das war wohl die beste Entscheidung dieses Jahres.

Also fing die Vorbereitung an. Ich habe ihr meinen Anteil am Urlaubspreis überwiesen und bald stand fest, dass es nach Bulgarien geht. An den Goldstrand, ein beliebter Ferienort direkt am schwarzen Meer. Wir sind in einem großen Hotel untergekommen, das zwar etwas heruntergewirtschaftet aussah, aber alles in allem sauber und ordentlich war. Von Düsseldorf aus ging unser Flug. Zuerst dachte ich, ich hätte Flugangst. ich erinnere mich an den Flug nach Prag, wo wir unsere Abschlussfahrt von der Realschule verbrachten. Das ist nun acht Jahre her, und ich erinnere mich nur daran, wie ich mich den ganzen, nicht einmal einstündigen Flug über in den Arm einer Mitschülerin krallte.
Diesmal war es jedoch nicht schlimm. Ich bin im Gegenteil zu dem Entschluss gekommen, dass Fliegen toll ist. Der Start ist lustig, ich habe mich sicher gefühlt und so, als könnte mir überhaupt nichts passieren. Lag vielleicht auch an dieser wundervollen Person, mit der ich den Urlaub gemacht habe :)

Unsere Flugroute
Die Einreise und das Prozedere am Flughafen verlief ohne größere Probleme. Zumindest für uns. Neben uns in der Schlange, in der der selbe Flug wie unserer abgefertigt wurde, standen zwei Mädels, die nur die Kopie ihres Personalausweises dabei hatten, das Original jedoch nicht. Beim Check-In wies man sie (zu recht!) zurück, später saßen sie jedoch auf der anderen Seite des Ganges mit uns im Flugzeug. Wir waren zwei Stunden vor Abflug dort und hatten so genug Zeit, uns in dem riesigen Flughafen zurechtzufinden. Check-In des Koffers, Passkontrolle, Personenkontrolle, Handgepäckdurchleuchtung, Boarding, alles lief reibungslos. Als wir am Flughafen ankamen, holten wir unser Gepäck und suchten dann den Transferbus, der uns zum Hotel bringen würde. Zu diesem Zeitpunkt war ich seit 6 Uhr morgens auf den Beinen, mittlerweile war es kurz vor 20 Uhr. Der richtige Transferbus war schnell gefunden und dieser fuhr dann auch schnell zu den einzelnen Hotels, in denen er leute abliefern musste. Die Fahrt war schnell und holprig, und kurz vor 21 Uhr kamen wir im Hotel an. Einchecken, kurz eine Kopfschmerztablette einnehmen und ein wenig auspacken, dann wollten wir noch etwas essen.

Das kann man in Goldstrand stellenweise sehr gut. Um das Hotel herum gibt es eine Menge Steak Houses, Bars oder einfach nur Stände, die gekochte Maiskolben, Crepes oder andere Dinge feilbieten. Auch Supermärkte gibt es eine Menge, die meisten davon haben 24 Stunden geöffnet. Verhungert sind wir also nicht.

Blick vom Hotel-Balkon
Am ersten Abend waren wir in einem Restaurant, das sich "Krivata Lipa" nennt, Dort kann man neben den üblichen Dingen wie Salat, Pizza, Pasta etc. auch so skurrile Dinge wie frittierten Hai essen. Haben wir nicht! Wir haben uns nur fünf Tage lang von Pizza, Pasta und Chips ernährt ... Darf man keinem erzählen, wie wir gefressen haben ...

Blick von einem Steg auf den Strand und das Meer.
Den ersten Tag haben wir komplett am Strand verbracht. Es gibt Bereiche mit Sonnenliegen und -schirmen, für die man bezahlen muss. Für einen Schirm und zwei Liegen bezahlt man 30 Leva, also rund 15 Euro. Die Liegen kann man dann mit seinem Handtuch belegen und sie sind den ganzen Tag reserviert, auch wenn man zwischendurch einmal längere Zeit weggeht, um etwas zu essen, oder weil man noch einmal kurz  ins Hotel muss. Wir kauften uns eine Luftmatratze und verbrachten den ganzen Tag mit Sonnenbaden, schwimmen, im Wasser treiben, essen, fotografieren, Leute beobachten.

Fischverkäufer am Strand
Wenn man am Strand liegt, ist man den herumlaufenden "fliegenden Händlern" mehr oder weniger ausgeliefert. Dieser Mann lief den Strand entlang, er hatte einen Korb mit Fischen unter dem Arm, die er den dort liegenden Leuten anbieten wollte. Auch eine Frau lief am Strand auf und ab, sie bot große Plastikbecher mit Melonenstücken und Himbeeren an. Wir haben das ganze nur erst amüsiert, dann irgendwann genervt beobachtet, aber dort nie etwas gekauft.

Hagelkörner am Strand
Am zweiten Tag waren wir auch am Strand, allerdings nicht lange. Gegen Mittag zogen dunkle Wolken auf, dann regnete es leicht. Ein paar Momente später kamen Hagelkörner herunter, die See war aufgepeitscht und alle verließen fluchtartig den Strand. Wir zögerten noch, schließlich hatten wir 15 Euro für zwei Liegen und einen Sonnenschirm bezahlt, den wir eigentlich noch eine ganze Weile nutzen wollten. Gäben wir die Liegen auf, müssten wir bei der Rückkehr erneut bezahlen. Doch dann regnete es so lange, dass es keinen Sinn machte, dort zu bleiben. Stattdessen gingen wir zurück ins Hotel, und kaum waren wir da, hörte es auch schon wieder auf und die Sonne kam ein bisschen heraus. Wie das eben immer so ist.




Tag 3 wurde ebenfalls am Strand verbracht. Dort habe ich mir den Sonnenbrand meines Lebens geholt. Leute, wirklich. Legt euch niemals bäuchlings in die pralle Sonne und lest dann ein spannendes Buch ... Mir tut der Rücken und der Hintern jetzt noch weh vom Sonnenbrand.
Aber ich weiß, dass das dann irgendwann wunderschön braun wird, also beschwere ich mich nicht.
Zweimal waren wir im "St. Nikolas Old Lighthouse" essen, ein etwas teureres Restaurant direkt am Strand. Dort gibt es sehr gute Pizza und leckeren Salat.




Einen Tag haben wir auch komplett am Hoteleigenen Pool verbracht, weil wir nicht jeden Tag 15 Euro für Liegen und Sonnenschirm bezahlen wollten. An den beiden Abenden, an denen wir im Old Lighthouse waren, sind wir nach dem Essen noch am Strand spazieren gegangen, bis es zu dunkel wurde, um Fotos zu machen. Erst dann sind wir umgekehrt.




Am letzten Abend haben wir gar nicht geschlafen, Um 01:30 Uhr sollte unser Transferbus kommen, also haben wir uns mit Fernsehserien wach gehalten und eine Menge gelacht. Zwischendrin wurde gepackt, alles kontrolliert, dann ging es um 01:00 Uhr hinunter in die Lobby. Unsere Pässe waren am ersten Tag an der Rezeption einbehalten worden, um zu verhindern, dass sie gestohlen werden. Am Abreisetag bekamen wir sie zurück, bald darauf kam der Bus, der uns etwas sanfter als der erste zum Flughafen. Dort hatten wir noch zwei Stunden Aufenthalt, ehe der Flieger kam. Einchecken, Passkontrolle und alle anderen Dinge liefen genau so reibungslos. Da wir die ganze Nacht nicht geschlafen hatten, musste ich im Flugzeug erstmal ein bisschen Schlaf nachholen. Als wir in Düsseldorf ankamen, verlief auch dort alles reibungslos. Die Mutter meiner Freundin holte uns ab und brachte uns nach Hause.

Und da musste ich dann erst einmal Schlaf und etwas zu essen nachholen :)

Fazit: Es war sehr schön, Fliegen ist gar nicht schlimm und erholsam war der Urlaub auch. Gern würde ich so etwas wieder einmal machen.

Montag, 15. August 2016

Es ist Sonntag

Und seit langer, langer Zeit war das Wetter mal wieder gut genug, um in den Zoo zu fahren. Allerdings merke ich immer mehr, dass der Sonntag dafür nicht der geeignetste Tag der Woche ist. Es sind zu viele Menschen in zu vielen zu unregelmäßig fahrenden öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs.

Das hat mich jedoch nicht davon abgehalten, in den Zoo zu fahren. Das Wetter war super und auch wenn ich erst recht spät dort ankam (gegen halb eins), konnte ich doch noch alles sehen, was ich sehen wollte. Einer der zweischneidigen „Vorteile“ beim solitären Zoobesuch ist ja, dass man selbst entscheiden kann, wie lange man sich wo aufhält. Natürlich kann man das auch tun, wenn man in der Gruppe unterwegs ist, allerdings besteht dann die „Gefahr“, sich aus den Augen zu verlieren, was bei einem Gruppen-Event ja eher nicht das Ziel ist.
Man ist also wesentlich schneller unterwegs, wenn man allein ist, sieht mehr Tiere in kürzerer Zeit. Der Nachteil ist, das habe zumindest ich gestern festgestellt, dass man sich nicht genug Zeit nimmt. Zum Gehege gehen, Tiere ein bisschen beobachten, nervenzehrende Besucherkommentare aufschnappen, ein, zwei Bilder knipsen, zum nächsten Gehege weitergehen, wo das Spiel dann erneut beginnt. Es gibt den schönen Spruch „Wer Zeit hat, fotografiert, wer keine Zeit hat, knipst.“ Ich habe gestern festgestellt, dass ich mich unabsichtlich in die „Knipser“-Ecke gestellt habe.

ISO 500 | 280 mm | f/5,6 | 1/250s
Und hinterher habe ich mich geschämt. Ich habe nicht einmal drei Stunden für Tierpark + Aqua-/Terrarium gebraucht und eine Menge Dinge weggelassen, auch weil es im Zoo so voll war. Ich war nicht im Hippodom, weil ich wusste, wie eng es dort ist und wie viele Besucher sich naturgemäß dort drängen. Auch wenn man sagen muss, dass die Tiere diesmal witterungsbedingt alle auf der Außenanlage zu sehen waren und es sich damit ohnehin nicht gelohnt hätte, das Haus zu betreten. Abgesehen vielleicht für Fotos von den Krokodilen, die ich nun nicht habe. Aber auch für die Flusspferde, die faul in der Sonne lagen, habe ich mir nicht mehr Zeit genommen als die Sekunde, die ich für einen Schnappschuss gebraucht habe, die Sitatungas habe ich unbeachtet links liegen gelassen.

ISO 400 | 185 mm | f/5,6 | 1/500s
Ist das nicht schade? Und läuft das nicht dem Konzept Zoo zuwider? Sollte ich nicht – und mit mir alle, die diese Einrichtungen besuchen – einen Moment innehalten, und sei es nur, um ein Hippo beim Sonnenbaden zu beobachten? Tiere sind keine Konsumgüter mit Bespaßungsfaktor, zumindest sollten sie das nicht sein. Wir können nicht erwarten, in einen Tierpark zu gehen, eine Minute vor einem Gehege stehen zu bleiben und eine Show geboten zu bekommen und dann wieder weiterzuziehen.
Das erste Mal bewusst gemerkt habe ich das vor dem Gepardengehege. Die beiden Tiere haben ihre ausgetretenen Pfade, auf denen sie durch das Gehege laufen. Manchmal halten sie sich an der vorderen Scheibe auf, manchmal an der hinteren. Ich stand an der vorderen Scheibe und beobachtete, wie die Tiere zur hinteren Scheibe gingen. Alle anderen Besucher gingen sofort zur hinteren Scheibe, um die Tiere dort zu beobachten, ich blieb an der vorderen Scheibe stehen. Die Tiere blieben an der hinteren Scheibe, ich wartete als Einzige und kam mir irgendwann reichlich dämlich vor, dort zu stehen und zu warten, während die anderen die besten Möglichkeiten für schöne Fotos hatten. Nach fünf Minuten gab ich es auf und ging ebenfalls zur hinteren Scheibe, um Fotos zu machen.

ISO 640 | 300 mm | f/5,6 | 1/250s

ISO 640 | 300 mm | f/5,6 | 1/250s

Auch ins Madagaskarhaus bin ich nicht gegangen, auch hier, weil ich wusste, wie voll und laut es da drin sein würde. Zudem zickt mein Telezoom-Objektiv immer mehr herum. Eine Menge guter Foto-Möglichkeiten ging verloren, weil das gute Stück bei halb gedrücktem Auslöser im Autofokusmodus derart vibriert (das ganze Objektiv schüttelt sich richtiggehend für 2 - 5 Sekunden), dass in diesem Zeitraum verwacklungsfreie Bilder unmöglich sind. Das hat mir einen längeren Aufenthalt im Zoo richtiggehend verleidet.

ISO 800 | 195 mm | f/5,6 | 1/80s 
ISO 800 | 300mm | f/5,6 | 1/13s

ISO 800 | 300 mm | f/5,6 | 1/60s
Aber es gibt auch positive Dinge an diesem Zoobesuch. Der Zoo hat einige gestaltungstechnische Dinge verändert. 
Da wären zum Beispiel die neuen Mülleimer, die die hässlichen asbachuralt Mülleimerchen aus Metall ersetzen. Die neuen sind größer, außen mit Holz verkleidet und bunt bemalt, je nach-dem, vor welchem Gehege man gerade steht. So gibt es aufgemalte Nashörner, Tiger, Elefanten, Giraffen und andere Tiere. Die Mülleimer sehen dabei von außen so wenig nach Mülleimer aus, dass ich mehrfach beobachtet habe, wie Kinder die Deckel öffneten, um zu sehen, was es darin zu entdecken gibt. Ja, trotz des Aufklebers „Hier kommt der Müll hinein“.
Vielleicht wären ähnlich spannend gestaltete Gehegebeschilderungen eine Idee für die Zukunft? Dann werden die vielleicht endlich einmal von den Besuchern gelesen …

ISO 400 | 180 mm | f/5,6 | 1/640s

ISO 400 | 300 mm | f/5,6 | 1/1000s

ISO 400 | 300 mm | f/5,6 | 1/1000s
Und auch bei den Tieren gibt es einiges neues. Das „neue“ Elefantenkalb (das mittlerweile fast ein halbes Jahr alt ist) wächst und entwickelt sich prächtig.
Im Terrarium werden zurzeit einige Terrarien umgestaltet/mit neuen Tieren bestückt und stehen daher erst einmal leer. Ich meine, auch im Aquarium hätten sich bestimmte Becken von der Artenzusammensetzung geändert, kann das aber nicht beschwören. Im Becken der gestreiften Seeschlange wohnen nun auch Einsiedlerkrebse, ich glaube, die sind relativ neu. 

ISO 1600 | 50 mm | f/5,6 | 1/80s

ISO 1600 | 50 mm | f/5,6 | 1/160s

ISO 1600 | 50 mm | f/5,6 | 1/50s
Nächsten Monat werde ich noch einmal mit wacheren Augen durch den Zoo gehen. Mir mehr Zeit nehmen, Beobachtungen aufschreiben und für euch hier dokumentieren, schriftlich wie fotografisch.

Sonntag, 27. März 2016

Ein Besuch bei Tuffi

Nun bricht wieder die Zeit an, in der ich ganz viel in den Zoo gehen werde. Die Saison ist ja meist so von März bis Oktober, in warmen Wintern auch mal bis Dezember, und ich freue mich, dass der Winter sich doch noch entschlossen hat, dem Frühling Platz zu machen, der jetzt so allmählich draußen einzieht. Die ersten Blumen blühen schon fleißig und die Tiere balzen oder bekommen bereits Nachwuchs.

Unter anderem deswegen wollten wir in den Wuppertaler Zoo. Wir, das waren diesmal Alex, Dani, Patrick und ich. Von Nico wusste keiner, wo er zur Zeit war oder ob er Zeit hatte, Lennart hatte abgesagt, da er sich auf sein Abitur vorbereiten muss. Alle Überzeugungsarbeit nutzte nichts, und so zogen wir nur zu viert los. Patrick schloss sich eher spontan an, ihn trafen wir erst im Zoo.

Ich machte mich mit dem Zug auf den Weg, unterwegs stieg Alex in Köln ein, dann ging es bis Düsseldorf, wo Dani dazustieß, und dann weiter zum Zoo. Wenigstens das Wetter hielt, was es versprochen hatte, denn der Himmel war die ganze Zeit wolkenlos und blau, die Sonne schien fröhlich und nachdem sie ein wenig an Kraft gewonnen hatte über den Tag, wurde es auch ein bisschen warm.

Um 10 waren wir im Zoo, wo es zuerst einmal galt, Eintrittskarten zu erstehen. Doch das mussten wir gar nicht, denn da Alex Tierpfleger in Ausbildung im Tierpark Hagenbeck ist, konnte er umsonst in den Zoo. Dani und ich würden noch zu ihm gehören, sagte er dem Kassierer. Ob man für uns nicht auch etwas machen könne?
Anstandslos wurden wir ohne zu bezahlen durchgewunken. Geld gespart, mag ich.

Am Ententeich hielten wir uns nur kurz auf, dann ging es schon los durch den Zoo, nachdem auch Patrick zu uns gestoßen war.


Und verdammt, ich hatte in den anderthalb Jahren, die ich nicht mehr hier war, komplett verdrängt, wie anstrengend das ist! Der Wuppertaler Zoo ist ja sehr hügelig, mit teilweise sehr schrägen Abhängen, die man hinauf und hinunterkraxeln muss. Und jemand mit kurzen Beinen wie ich hat es da schwerer als einer der Jungs ... Hat glaube ich für einiges an Erheiterung gesorgt, wie ich mich dort hochgekämpft habe *hust*


Auch von vornherein war klar, dass wir das neu eröffnete Zoorestaurant besuchen würden. Natürlich nicht nur besuchen, wir wollten auch etwas essen. Aber vorher ging es noch durch den halben Zoo. Manche Tiere sah man nicht, die riesige Löwenanlage finde ich immer noch Verschwendung von Platz (weil die Tiere sich einfach von Natur aus nicht so viel bewegen), aber es lohnt sich immer wieder, die relativ lange Anfahrt und den strapaziösen Weg durch den Zoo auf sich zu nehmen für das, was man geboten bekommt.


Aufgefallen sind uns aber auch ein paar Stereotypien bei den Tieren, etwa bei den Okapis, Elefanten und Bongos. Das Bongomännchen stand die ganze Zeit am Zaun und bewegte den Kopf in einer Art kreisförmigen Bewegung, das Okapi stand ebenfalls am Zaun und schwenkte den Kopf von einer Seite auf die andere, und zwei der Elefanten stießen immer wieder mit ihren Köpfen gegen die Kunstfelsummauerung ihres Geheges.


Und wo wir gerade bei den Elefanten sind: Ist sie nicht süß?! Tuffi ist am 16.03. geboren, am gleichen Tag wie La Minh Kyaw, das Elefantenkalb aus Köln. Als wir gestern dort waren, war es schwer, die Kleine zu Gesicht zu bekommen. Sie lief mit der Mutter und einigen Tanten immer entweder ins haus rein, oder aus dem Haus heraus. Erst, als wir im Restaurant saßen, spielte sie auf der Außenanlage und trank bei der Mama oder ihrer Tante Sweni.


Das Restaurant war übrigens auch super. So gar nicht die übliche Zoogastronomie, wie man sie kennt. Möchte man draußen essen, muss man sich anstellen und wird dort "abgefertigt", sitzt man aber drinnen, wird man bedient. Die Auswahl auf der Speisekarte reicht von dem üblichen Currywurst-Pommes-Angebot über Salat und Kartoffelsuppe bis hin zu einer Brotzeit. Die Preise waren angemessen (für eine Pommes Currywurst und eine Cola habe ich 8,60 € bezahlt und noch Trinkgeld gegeben) und die Bedienung höflich, freundlich und sehr kompetent. Fragen der anderen Gäste wurden ruhig, freundlich und höflich beantwortet, das Essen und die Getränke kamen schnell und waren richtig lecker. Noch dazu wurde das Essen nicht in den üblichen wellenrandigen Pappschalen serviert, sondern in Schalen, die aussahen, als seien sie aus Holz geschnitzt. Sie waren dann zwar immer noch aus Pappe, aber machten wenigstens etwas her. Vom Restaurant aus kann man die Elefanten beim Spielen beobachten, was ich sehr schön fand.


Nach dem Essen ging es wieder einigermaßen ausgeruht weiter durch den Zoo und nach fünf Stunden waren wir fertig. Um 15 Uhr standen wir wieder draußen vor dem Tor und ich glaube, wir waren noch nie so früh von einem Zoobesuch wieder zuhause. Aber, wie Alex angemerkt hat, haben wir diesmal auch keine wirklichen Pausen gemacht (bis auf die im Restaurant) und wir hatten niemanden dabei, der drei Stunden im Vogelhaus verbracht hat.
Mal sehen, wie es nächstes Mal wird. Die anderen wollen nächste Woche noch nach Köln und Duisburg.

Ich kann leider nicht mit, muss arbeiten ...

Donnerstag, 24. März 2016

Ein bisschen Frühjahrsputz und ein Besuch im Zoo

Ja, ich weiß. Zwischen dem letzten Post und heute liegen schon wieder ein paar Wochen. ich entschuldige mich auch nicht dafür, denn im Winter ist das Fotografieren ja allgemein eher nicht so das beliebteste Hobby. Und außerdem hatte ich andere Dinge zu tun. Aber jetzt bin ich wieder da, mit einem neuen Blogdesign und neuen Bildern im Gepäck. Die Webseite ist jetzt auch wieder auf dem aktuellen Stand, es kommen dieses Jahr sicherlich noch eine Menge Bilder hinzu. Geht einfach mal gucken.

Eigentlich sollte ja jetzt schon Frühling sein. Davon merkt man temperaturmäßig aber auch nur ein bisschen was. Es ist immer noch relativ kalt und regnet oft.

Nun hatte ich mal ein paar Tage frei, weil mich eine Freundin aus Bielefeld besucht hat. Da war ich letztes Jahr schon mal. Nun wollte besagte Freundin also vom 19. bis 24. bleiben. Kein Problem, aber ein bisschen was unternehmen wollten wir dann doch. Abgesehen vom Schreiben und DVDs gucken.

Wir haben uns also vorgenommen, in den Zoo zu gehen. Als wir gestern losgingen, fing es gerade an, leicht zu regnen, aber in Köln kam dann die Sonne zum Vorschein und es wurde relativ warm. Ich habe meine Jahreskarte verlängern lassen - sie kostet jetzt 85 Euro statt vorher 75 Euro - und dann ging es auch schon nach drinnen. Für einen Ferientag unter der Woche war es relativ dünn besiedelt und die meisten Tiere waren entweder im Winterquartier oder zeigten sich nicht, weil es ihnen noch zu kalt war. Am Eingang konnten wir dann die Fütterung der Erdmännchen und Waschbären beobachten.



Eigentlich hatten wir ja vorgehabt, am 20.03., dem Elefantentag, in den Zoo zu gehen. Elefantentag deshalb, weil Marlar, das erste im Kölner Zoo geborene Elefantenkalb nach 150 Jahren, am 30.03. Geburtstag hat.
Aber das Wetter spielte nicht mit, es regnete und war eher grau, deswegen verschoben wir den Besuch. Nachholen mussten wir ihn jedoch unbedingt, und zwar wegen dieser niedlichen Attraktion:



Das kleine Rüsselchen ist gerade eine Woche alt und wird noch gut von Mama und Tanten beschützt, sodass es schwer war, gute Bilder zu machen. Ab und zu ließ es sich einfach - erschöpft von der vielen Lauferei - in den Sand fallen und wurde von der Mama oder den Tanten angestupst, damit es wieder aufstand. Als es versuchte, einen Sandhügel zu erklimmen, rollte es prompt wieder hinunter.

Schließlich war es Zeit für unser Mittagessen, also holten wir uns am Imbiss in der Nähe des Elefantenparks eine Pommes bzw. eine Pommes Currywurst und setzten uns vor das Bullengehege, um Bindu und Sang Raja zu beobachten.



Nach den Elefanten ging es den Weg weiter zu Aras, Pinguinen, Vögeln und schließlich zu den Giraffen, dem Nashorn Taco - das ausnahmsweise einmal etwas anderes tat, als in der Ecke zu stehen. Er hatte einen Ball bekommen, in dem Möhrenstücke waren, die er durch Rollen des Balles hinausbekommen und fressen konnte. Länger Halt machten wir auch bei den Geparden. Einer befand sich auf der Außenanlage, während zwei weitere drinnen eingesperrt waren, vermutlich zur Eingewöhnung oder ähnliches. Das Tier, das sich draußen auf der Anlage befand, lief die ganze Zeit seine bekannten Pfade am Zaun ab und gab damit Gelegenheit für viele schöne Fotos, wie diese hier:




Nachdem wir bei den Flamingos und im Hippodom waren, ging es noch einmal kurz zurück zu den Elefanten, um noch ein paar Bilder vom neuen Minifanten zu machen. Auf dem Weg zurück wurde noch kurz im Souvenirladen angehalten, um ein Notizbuch und eine Tasse zu erstehen, dann ging es ins Aquarium.






Anschließend, nach vier Stunden im Zoo, fanden wir, dass es reichte mit Tieren und fuhren nach Hause. Ein rundum gelungener Tag, der gern wiederholt werden darf!